Freitag, 13. März 2015
Urlaub
kinglouis, 10:52h
Mittwoch 11 März
Ankunft in Tokio. Ariann musste bereits während des Flugs brechen. Sind die letzten im Flugzeug, sie ist zu schwach um selber zu laufen. Aus dem Flugzeug raus, direkt wieder in Richtung Toilette. Haben es dann durch die Passkontrolle geschafft. Konnten unser Gepäck nicht abholen, weil alles so lange dauerte. Dame vom Flughafenservice bringt es uns. Ariann muss sich auf eine Sitzbank legen. Ihr ist übel. Schwindelig. Ich stehe neben Ihr. 2 Rucksäcke. Jacken. Voll beladener Gepäckwagen. Soll ich Sie mit dem Gepäck alleine lassen und medizinische Hilfe suchen? Soll ich Sie mitnehmen und das Gepäck alleine lassen? Beides Abfuck. Muss Entscheidung treffen. 20 Meter entfernt sind Toiletten. Helfe Ariann hoch, Sie lehnt sich auf den Wagen, wie einen riesigen Rollator, Kopf gesenkt. Nicht imstande zu sprechen. Ich halte sie fest und lenke den Wagen durch die Menge. Es stinkt. Wir stinken. 12 Stunden Flug. Economy Class. Muss an Hühner in Legebatterien denken. Ekelhaft. Angekommen. 20 Meter. Ich bin am schwitzen. Ariann völlig am Ende. Geht auf die Toilette. Erbricht sich. Ich warte vor der Toilette mit dem Gepäck. Nach einer Viertelstunde kommt Sie raus. Ich bring Sie in einen Medicalrestroom, den ich gleich nebenan gefunden habe. Behindertenklo mit einer Liege. Sie versucht zu schlafen. Ich versuche mir keine Sorgen zu machen. Reisekrankheit ist bei Ihr normal. Eine Stunde später. Ich wecke Ariann. Wir müssen noch durch den Zoll. Also. Raus aus dem Behindertenklo, auf den Rollator gestüzt, weiter. Unser Gepäck wird kontrolliert. "Hai, dozo." "Daijoube, aregatou gouzaimase. Enjoy your stay in Japan.". Danke. In der Eingangshalle Tokio Airport Haneda. Ariann legt sich wieder auf eine Sitzbank. Schafft es nicht zu stehen. Ich bin am Infoschalter. Wie kommen wir zu dieser Adresse? Zwei mal umsteigen? Aha. Was kostet ein Taxi? Sechzig Euro? Ok. Wo ist der nächste Arzt? Müssen Sie raussuchen, bitte, lassen Sie sich ruhig Zeit. Englischsprachige Krankenhäuser? Unter dieser Nummer sollen wir uns informieren? Gerne. Aregatou. Sayonaraa.
Im Taxi. Der Fahrer spricht gebrochenes Englisch. Versucht eine Konversation anzufangen. Ariann ist mit Atmen beschäftigt. Hält sich an Ihrem Kotzbeutel fest. Ich blick in die Sonne, an uns rauscht die größte Stadt der Welt vorbei. Das Meer glitzert. Tausende Menschen in Autos und auf Fahrrädern unterwegs. Mir alles egal. Angekommen. 2-33-15 Ikejiri Setagaya. Haus ist nicht zu finden. Nur manche Häuser haben Hausnummern. Wir geben dem Taxifahrer die Nummer des Besitzers. "Moshi moshi! Yoji-sama desu? Ah, soka. Okjak-sama...." Wir sind richtig. Foto des Gebäudes im Internet sieht anders aus. Egal. Müssen auf Yoji warten bis wir ins Zimmer dürfen. Kommt wohl erst in zirka zwei Stunden. Weiß nicht wieso, spricht kaum Englisch. Ich gehe schonmal rein. Schmale Holztreppen. Niedrige Decken. Enge Wände. Muss den Kopf mehrmals einziehen und auf die Füße achten. Im ersten Stock ein Friseursalon. "Dörren". Betrete das Zimmer. Keine Kunden. Nur der Mann hinterm Tresen. Mitte zwanzig ungefähr. "Konichiwa" - Ob er einen Schlüssel für unser Zimmer hat. "No, I dont know". Ob er Yoji kennt " No, I dont know". Ob wir bei Ihm warten dürfen bis Yoji da ist " I dont know". Und lächelt mich freundlich an. Ich gehe zum Taxi zurück, helfe meiner Schwester raus und die Treppe nach oben. Lasse Sie kurz los um die Tür des Salons zu öffnen. Sie legt sich auf die Treppe und krümmt sich vor Übelkeit und Brechreiz. "Sumiemasen," Ob ich mit meiner Schwester hier warten dürfte, sie sei krank. Der Friseur versteht nicht. Kommt raus, sieht Ariann auf der Treppe " Oh, hai, hai, sit, please, dozo, dozo". Danke. Ich lasse Sie auf einer Bank im Friseursalon. Wieder beim Taxi. Was kriegen Sie für die Fahrt? 7.500 Yen? "Dozo. Aregatou. Sayonaraa." Das Gepäck hoch. Die Treppe alleine war schon nicht einfach. Jetzt mit zwei 25 kg Koffern. Geschafft. Sitze auf der Bank neben Ariann. Sie lehnt ihren Kopf an mich. Mir ist viel zu warm. Sie ist blass. Es läuft angenehme Musik im Hintergrund. Der Thekenmann föhnt sich selber die Haare. Spricht kaum Englisch. Telefoniert. Tippt auf seinem MacBook. Eine halbe Stunde später. Wir dürfen jetzt hoch, werden in ein Gästezimmer gebracht. Unser Zimmer könne erst ab 12 Uhr bezogen werden. Aha. Davon stand nichts im Internet. Es geht zwei weitere Treppen hoch. In eine Art Küche, Bad und Wohnzimmer in einem. Daneben das Gästezimmer. Zwei Matratzen. Ein Kühlschrank. Das war's. Zwei Fenster, die sich nicht richtig schließen lassen. Durchzug. Eine Klimaanlage oben an der Wand. Das Zimmer ist Klamm. Die Betten sind kalt. Wir ruhen uns etwas aus. Ariann dämmert auf Ihrer Matratze ein, ich warte auf Godot. Vermutlich so zwei Stunden, sagt mir ein anscheinender Mitbewohner. Spricht kaum Englisch. Bringt mir zwei Apfelsaft Trinkpäckchen und lächelt. Ich danke. Lege mich auch hin. Schlafe ein. Wache auf. Weiß nicht wie spät es ist. Kann nicht lange geschlafen haben. Treffe einen anderen Menschen im Gemeinschaftszimmer. "David desu. Yoroshke onegaishimas". Capt'n. Sein Spitzname. Spricht besseres Englisch. Arbeite hier. Aha. Sympathischer Typ. Ich leg mich wieder hin. Werde wach. Capt'n steht an der Tür. Flüstert "Ariann-san...". Ich stehe auf. Unser Zimmer sei fertig. Er gibt mir den Schlüssel. Ich frage nicht woher Er ihn hat und wo Yoji ist. Mir egal. Er zeigt mir das Zimmer. Wieder eine Treppe runter. Am Ende des Ganges. Nummer 303. Ich öffne die Tür. Muss beinahe lachen.
Fantastic Artistic Room. Das war der Titel des Zimmers auf der Internetplattform Wimdu. Keine 10m² groß. Es liegen zwei Futon Betten im Zimmer. Keine Matratzen diesmal. Die Futon Betten nehmen 4/5 des Zimmers ein. Zwei Fenster. Eins kann man richtig schließen. Der Verkehr vom Highway direkt vor dem Haus ist ständig zu hören. Ein Kühlschrank steht im Futon freien fünftel des Zimmers und nimmt davon ein drittel ein. Wir haben knapp etwas mehr als 1m² Platz für unser Gepäck. Kein Tisch. Kein Stuhl. Keine Deko. Alte muffige Gardinen. Kahle Wände. Drei Lampen an der Decke. Eine Funktioniert. Ich gehe wieder hoch. Bringe das Gepäck runter. Stelle alles irgendwie ins Zimmer. Wecke Ariann. Sie zieht sich an. Wir gehen gemeinsam in unser Zimmer. Es ist klamm. Zu hohe Luftfeuchtigkeit. Sie legt sich hin und versucht zu schlafen. Ich schreibe unseren Eltern eine Nachricht. Wir sind gut angekommen, es hat alles geklappt.
Donnerstag 12 März
Wir werden wach. Haben wenig geschlafen. Die Transistor Bar hat bis spät in die Nacht Gäste gehabt. Und wir ihren Bass in unseren Kopfkissen. Ariann muss sich gleich nach dem Aufstehen übergeben. Gestern Abend ging es Ihr besser. Wir waren einen kurzen Spaziergang machen und Sie hat etwas Wasser trinken und bei sich behalten können. Jetzt scheint wieder alles auf Null gedreht worden zu sein.
Sie ist verzweifelt. Dachte es sei nur die übliche Übelkeit nach dem Flug. Weint. Ich mache mir Sorgen. Grippe? Lebensmittelvergiftung? Keine Ahnung. Wir verbringen den Tag im Zimmer. Hatten zwischendurch die Klimaanlage an. Bringt nichts. Es bleibt klamm. Ich suche eine Apotheke. Finde eine, ein Stück die Straße runter. Hoffe mit etwas nützlichem zurück zukommen. Der Apotheker spricht gutes Englisch. Ich bin ihm dafür unendlich dankbar. Nausea. Diarroeh. Antipyretic. Zum ersten Mal bin ich froh diese ganzen Fachidioten Vokabeln vor langer Zeit gelernt zu haben. Apotheker gibt mir ein Medikament und ein Thermomether. Ich danke. Gehe weiter einkaufen. Wasser. Etwas Obst. Gemüse. Hoffe davon irgendwas verwenden zu können. Wieder bei Ariann im Zimmer. Google das Medikament. Domperidon. Hat Rotehandbriefe bekommen und unschöne Nebenwirkungen. Herzrhythmusstörungen. Absolute Arrythmien. Torsa-de-Points-Syndrom. Plötzlicher Herztod. Ich verfluche Beipackzettel. Schau meine Schwester an, Die in meiner Abwesenheit mindestens zweimal wieder erbrochen hat und gebe Ihr eine Tablette mit einem Schluck warmen Milchtee. Das für Sie bisher einzig trinkbare. Der Tag vergeht mit Botengängen zum Getränkeautomat oder Convenience Store. Ansonsten sitzen und warten. Zwischendurch die Kotztüte sauber machen. Ariann auf dem Weg zur Toilette die Treppe hoch festhalten. Haare halten,wenn der Kopf wieder über der Tüte hängt. Und Warten. Es wird Nachmittag. Abend. Ariann hat Kopfschmerzen. Er sei so schwer. Hält es nicht aus vor Hitze. Schwizt. Ich messe Ihre Temperatur. 39.8°C. Ich laufe in die Küche, habe nix anderes, und halte mein Pali Halstuch unter den Wasserstrahl. Wringe es aus. Lege es Ihr auf die Stirn. Sie hustet ständig. Würgt Schleim aus der Lunge hoch. Ihre Wangen glühen rot. Scheiße. Arzt? Nicht um halb elf abends. Krankenhaus? Verdammt teuer hier, wie man hört. Dazu noch riesiger Bürokratieaufwand für Touristen. Trotzdem Krankenhaus? Anhaltendes Erbrechen, daraus folgende Exsikkose, niedriger Blutzuckerwert durch zu wenig Nahrungsaufname, vermutlich grippaler Infekt und dadurch Hyperthermie und Dyspnoe. Würde ich so jemanden mitten in der Nacht in die Notaufnahme bringen? Wenn ja wozu? Bin unschlüssig was ich tun soll. Lieber bis morgen warten? Würde meine Mutter einen von uns in so einem Zustand ins Krankenhaus bringen? Weiß es nicht. Rufe sie per Skype an. Rede mit ihr. Messe dabei alle paar Minuten die Temperatur. Lege das Tablet wieder zur Seite. Nehme mir ein Tshirt und Arianns Schal mit, halte beides unter den Wasserhahn. Wringe es aus. Wickle sie um Ihre Waden. Drumherum je ein trockenes Handtuch. Wechsele die Wadenwickel alle 20 bis 25 Minuten. Sind dann jedesmal pisswarm. Das Fieber geht langsam runter. 38.5. Ariann fühlt sich etwas besser. Es ist ein Uhr Nachts. Die Bar ist wieder in vollem Gange. Ich wechsele die Wickel und den Schal noch ein letztes mal für heute und wir versuchen zu schlafen.




Ankunft in Tokio. Ariann musste bereits während des Flugs brechen. Sind die letzten im Flugzeug, sie ist zu schwach um selber zu laufen. Aus dem Flugzeug raus, direkt wieder in Richtung Toilette. Haben es dann durch die Passkontrolle geschafft. Konnten unser Gepäck nicht abholen, weil alles so lange dauerte. Dame vom Flughafenservice bringt es uns. Ariann muss sich auf eine Sitzbank legen. Ihr ist übel. Schwindelig. Ich stehe neben Ihr. 2 Rucksäcke. Jacken. Voll beladener Gepäckwagen. Soll ich Sie mit dem Gepäck alleine lassen und medizinische Hilfe suchen? Soll ich Sie mitnehmen und das Gepäck alleine lassen? Beides Abfuck. Muss Entscheidung treffen. 20 Meter entfernt sind Toiletten. Helfe Ariann hoch, Sie lehnt sich auf den Wagen, wie einen riesigen Rollator, Kopf gesenkt. Nicht imstande zu sprechen. Ich halte sie fest und lenke den Wagen durch die Menge. Es stinkt. Wir stinken. 12 Stunden Flug. Economy Class. Muss an Hühner in Legebatterien denken. Ekelhaft. Angekommen. 20 Meter. Ich bin am schwitzen. Ariann völlig am Ende. Geht auf die Toilette. Erbricht sich. Ich warte vor der Toilette mit dem Gepäck. Nach einer Viertelstunde kommt Sie raus. Ich bring Sie in einen Medicalrestroom, den ich gleich nebenan gefunden habe. Behindertenklo mit einer Liege. Sie versucht zu schlafen. Ich versuche mir keine Sorgen zu machen. Reisekrankheit ist bei Ihr normal. Eine Stunde später. Ich wecke Ariann. Wir müssen noch durch den Zoll. Also. Raus aus dem Behindertenklo, auf den Rollator gestüzt, weiter. Unser Gepäck wird kontrolliert. "Hai, dozo." "Daijoube, aregatou gouzaimase. Enjoy your stay in Japan.". Danke. In der Eingangshalle Tokio Airport Haneda. Ariann legt sich wieder auf eine Sitzbank. Schafft es nicht zu stehen. Ich bin am Infoschalter. Wie kommen wir zu dieser Adresse? Zwei mal umsteigen? Aha. Was kostet ein Taxi? Sechzig Euro? Ok. Wo ist der nächste Arzt? Müssen Sie raussuchen, bitte, lassen Sie sich ruhig Zeit. Englischsprachige Krankenhäuser? Unter dieser Nummer sollen wir uns informieren? Gerne. Aregatou. Sayonaraa.
Im Taxi. Der Fahrer spricht gebrochenes Englisch. Versucht eine Konversation anzufangen. Ariann ist mit Atmen beschäftigt. Hält sich an Ihrem Kotzbeutel fest. Ich blick in die Sonne, an uns rauscht die größte Stadt der Welt vorbei. Das Meer glitzert. Tausende Menschen in Autos und auf Fahrrädern unterwegs. Mir alles egal. Angekommen. 2-33-15 Ikejiri Setagaya. Haus ist nicht zu finden. Nur manche Häuser haben Hausnummern. Wir geben dem Taxifahrer die Nummer des Besitzers. "Moshi moshi! Yoji-sama desu? Ah, soka. Okjak-sama...." Wir sind richtig. Foto des Gebäudes im Internet sieht anders aus. Egal. Müssen auf Yoji warten bis wir ins Zimmer dürfen. Kommt wohl erst in zirka zwei Stunden. Weiß nicht wieso, spricht kaum Englisch. Ich gehe schonmal rein. Schmale Holztreppen. Niedrige Decken. Enge Wände. Muss den Kopf mehrmals einziehen und auf die Füße achten. Im ersten Stock ein Friseursalon. "Dörren". Betrete das Zimmer. Keine Kunden. Nur der Mann hinterm Tresen. Mitte zwanzig ungefähr. "Konichiwa" - Ob er einen Schlüssel für unser Zimmer hat. "No, I dont know". Ob er Yoji kennt " No, I dont know". Ob wir bei Ihm warten dürfen bis Yoji da ist " I dont know". Und lächelt mich freundlich an. Ich gehe zum Taxi zurück, helfe meiner Schwester raus und die Treppe nach oben. Lasse Sie kurz los um die Tür des Salons zu öffnen. Sie legt sich auf die Treppe und krümmt sich vor Übelkeit und Brechreiz. "Sumiemasen," Ob ich mit meiner Schwester hier warten dürfte, sie sei krank. Der Friseur versteht nicht. Kommt raus, sieht Ariann auf der Treppe " Oh, hai, hai, sit, please, dozo, dozo". Danke. Ich lasse Sie auf einer Bank im Friseursalon. Wieder beim Taxi. Was kriegen Sie für die Fahrt? 7.500 Yen? "Dozo. Aregatou. Sayonaraa." Das Gepäck hoch. Die Treppe alleine war schon nicht einfach. Jetzt mit zwei 25 kg Koffern. Geschafft. Sitze auf der Bank neben Ariann. Sie lehnt ihren Kopf an mich. Mir ist viel zu warm. Sie ist blass. Es läuft angenehme Musik im Hintergrund. Der Thekenmann föhnt sich selber die Haare. Spricht kaum Englisch. Telefoniert. Tippt auf seinem MacBook. Eine halbe Stunde später. Wir dürfen jetzt hoch, werden in ein Gästezimmer gebracht. Unser Zimmer könne erst ab 12 Uhr bezogen werden. Aha. Davon stand nichts im Internet. Es geht zwei weitere Treppen hoch. In eine Art Küche, Bad und Wohnzimmer in einem. Daneben das Gästezimmer. Zwei Matratzen. Ein Kühlschrank. Das war's. Zwei Fenster, die sich nicht richtig schließen lassen. Durchzug. Eine Klimaanlage oben an der Wand. Das Zimmer ist Klamm. Die Betten sind kalt. Wir ruhen uns etwas aus. Ariann dämmert auf Ihrer Matratze ein, ich warte auf Godot. Vermutlich so zwei Stunden, sagt mir ein anscheinender Mitbewohner. Spricht kaum Englisch. Bringt mir zwei Apfelsaft Trinkpäckchen und lächelt. Ich danke. Lege mich auch hin. Schlafe ein. Wache auf. Weiß nicht wie spät es ist. Kann nicht lange geschlafen haben. Treffe einen anderen Menschen im Gemeinschaftszimmer. "David desu. Yoroshke onegaishimas". Capt'n. Sein Spitzname. Spricht besseres Englisch. Arbeite hier. Aha. Sympathischer Typ. Ich leg mich wieder hin. Werde wach. Capt'n steht an der Tür. Flüstert "Ariann-san...". Ich stehe auf. Unser Zimmer sei fertig. Er gibt mir den Schlüssel. Ich frage nicht woher Er ihn hat und wo Yoji ist. Mir egal. Er zeigt mir das Zimmer. Wieder eine Treppe runter. Am Ende des Ganges. Nummer 303. Ich öffne die Tür. Muss beinahe lachen.
Fantastic Artistic Room. Das war der Titel des Zimmers auf der Internetplattform Wimdu. Keine 10m² groß. Es liegen zwei Futon Betten im Zimmer. Keine Matratzen diesmal. Die Futon Betten nehmen 4/5 des Zimmers ein. Zwei Fenster. Eins kann man richtig schließen. Der Verkehr vom Highway direkt vor dem Haus ist ständig zu hören. Ein Kühlschrank steht im Futon freien fünftel des Zimmers und nimmt davon ein drittel ein. Wir haben knapp etwas mehr als 1m² Platz für unser Gepäck. Kein Tisch. Kein Stuhl. Keine Deko. Alte muffige Gardinen. Kahle Wände. Drei Lampen an der Decke. Eine Funktioniert. Ich gehe wieder hoch. Bringe das Gepäck runter. Stelle alles irgendwie ins Zimmer. Wecke Ariann. Sie zieht sich an. Wir gehen gemeinsam in unser Zimmer. Es ist klamm. Zu hohe Luftfeuchtigkeit. Sie legt sich hin und versucht zu schlafen. Ich schreibe unseren Eltern eine Nachricht. Wir sind gut angekommen, es hat alles geklappt.
Donnerstag 12 März
Wir werden wach. Haben wenig geschlafen. Die Transistor Bar hat bis spät in die Nacht Gäste gehabt. Und wir ihren Bass in unseren Kopfkissen. Ariann muss sich gleich nach dem Aufstehen übergeben. Gestern Abend ging es Ihr besser. Wir waren einen kurzen Spaziergang machen und Sie hat etwas Wasser trinken und bei sich behalten können. Jetzt scheint wieder alles auf Null gedreht worden zu sein.
Sie ist verzweifelt. Dachte es sei nur die übliche Übelkeit nach dem Flug. Weint. Ich mache mir Sorgen. Grippe? Lebensmittelvergiftung? Keine Ahnung. Wir verbringen den Tag im Zimmer. Hatten zwischendurch die Klimaanlage an. Bringt nichts. Es bleibt klamm. Ich suche eine Apotheke. Finde eine, ein Stück die Straße runter. Hoffe mit etwas nützlichem zurück zukommen. Der Apotheker spricht gutes Englisch. Ich bin ihm dafür unendlich dankbar. Nausea. Diarroeh. Antipyretic. Zum ersten Mal bin ich froh diese ganzen Fachidioten Vokabeln vor langer Zeit gelernt zu haben. Apotheker gibt mir ein Medikament und ein Thermomether. Ich danke. Gehe weiter einkaufen. Wasser. Etwas Obst. Gemüse. Hoffe davon irgendwas verwenden zu können. Wieder bei Ariann im Zimmer. Google das Medikament. Domperidon. Hat Rotehandbriefe bekommen und unschöne Nebenwirkungen. Herzrhythmusstörungen. Absolute Arrythmien. Torsa-de-Points-Syndrom. Plötzlicher Herztod. Ich verfluche Beipackzettel. Schau meine Schwester an, Die in meiner Abwesenheit mindestens zweimal wieder erbrochen hat und gebe Ihr eine Tablette mit einem Schluck warmen Milchtee. Das für Sie bisher einzig trinkbare. Der Tag vergeht mit Botengängen zum Getränkeautomat oder Convenience Store. Ansonsten sitzen und warten. Zwischendurch die Kotztüte sauber machen. Ariann auf dem Weg zur Toilette die Treppe hoch festhalten. Haare halten,wenn der Kopf wieder über der Tüte hängt. Und Warten. Es wird Nachmittag. Abend. Ariann hat Kopfschmerzen. Er sei so schwer. Hält es nicht aus vor Hitze. Schwizt. Ich messe Ihre Temperatur. 39.8°C. Ich laufe in die Küche, habe nix anderes, und halte mein Pali Halstuch unter den Wasserstrahl. Wringe es aus. Lege es Ihr auf die Stirn. Sie hustet ständig. Würgt Schleim aus der Lunge hoch. Ihre Wangen glühen rot. Scheiße. Arzt? Nicht um halb elf abends. Krankenhaus? Verdammt teuer hier, wie man hört. Dazu noch riesiger Bürokratieaufwand für Touristen. Trotzdem Krankenhaus? Anhaltendes Erbrechen, daraus folgende Exsikkose, niedriger Blutzuckerwert durch zu wenig Nahrungsaufname, vermutlich grippaler Infekt und dadurch Hyperthermie und Dyspnoe. Würde ich so jemanden mitten in der Nacht in die Notaufnahme bringen? Wenn ja wozu? Bin unschlüssig was ich tun soll. Lieber bis morgen warten? Würde meine Mutter einen von uns in so einem Zustand ins Krankenhaus bringen? Weiß es nicht. Rufe sie per Skype an. Rede mit ihr. Messe dabei alle paar Minuten die Temperatur. Lege das Tablet wieder zur Seite. Nehme mir ein Tshirt und Arianns Schal mit, halte beides unter den Wasserhahn. Wringe es aus. Wickle sie um Ihre Waden. Drumherum je ein trockenes Handtuch. Wechsele die Wadenwickel alle 20 bis 25 Minuten. Sind dann jedesmal pisswarm. Das Fieber geht langsam runter. 38.5. Ariann fühlt sich etwas besser. Es ist ein Uhr Nachts. Die Bar ist wieder in vollem Gange. Ich wechsele die Wickel und den Schal noch ein letztes mal für heute und wir versuchen zu schlafen.




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